Sayner Hütte

Die Sayner Hütte

Ein Industriedenkmal von Weltrang

Vor über 250 Jahren beginnt die Geschichte der Sayner Hütte als Standort der Eisenverarbeitung. Der Betrieb mit seinen bis zu 200 Mitarbeitern ist eine prägende Kraft für den Ort Sayn, die Region und darüber hinaus.

Kurfürst Clemens Wenzeslaus schafft 1769 mit der Sayner Hütte Arbeitsplätze für die arme Bevölkerung. Zunächst verkauft sie nur Roheisen. Für den Palast in Trier, den Brunnen in Bad Bertrich und das Schloss in Koblenz fertigt sie aber auch Wasserleitungen sowie eiserne Fassreifen für die Weinfässer des Kurfürsten.

1815 übernimmt der preußische Staat das Hüttenwerk und baut die Sayner Hütte als Munitions- und Geschützgießerei aus, die die Festungen rund um Koblenz beliefert. Ab 1818 wird auch Eisenkunstguss hergestellt, unter anderem Büsten und Statuetten, Leuchter und Teller, Gartenmöbel und Gitter sowie kunstvolle Neujahrsplaketten.

1830 vollendet Carl Ludwig Althans eine neue Gießhalle in tragender Gusseisenkonstruktion. Vorbilder dafür gibt es quasi keine, bestenfalls Anregungen aus dem Brückenbau in England und Schlesien. Althans stattet das neue Gebäude mit modernster Technik aus: Ein durch die Halle schwebender Laufkran, sich um Säulen drehende Schwenkkräne, ein Zylindergebläse und eiserne Wasserräder mit taschenartig ausgebildeten Schaufeln zeugen von seinem steten Innovationsdrang. Als Musterbetrieb der preußischen Krone wird Sayn zu einer der modernsten Hütten Preußens.

1865 gelingt es Alfred Krupp nach zähen Verhandlungen das Hüttenwerk zu kaufen. Ab 1878 lässt Krupp den Hochofen ausblasen und nur noch Maschinenteile, Leitungsröhren sowie Eisenkunstguss gießen. 1909 wird eine neue Maschinenhalle eröffnet: die heutige Krupp’sche Halle.

In der Weltwirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg 1927 verkauft Krupp die Sayner Hütte an den Ort Sayn. Die Gebäude werden zu Wohnungen umgenutzt oder an Firmen vermietet. Die Gießhalle verfällt zusehends. Nur eine Bürgerinitiative verhindert ihren Abriss. 1976 kauft die Firma Heinrich Strüder KG die Gießhalle und sichert das Gebäude. 2004 geht die Gießhalle zurück an die Stadt Bendorf.

Als » Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland « zeichnet 2010 die Bundesingenieurkammer die Sayner Hütte aus. Im Jahr darauf beginnen erste Sanierungsmaßnahmen.

Seit 2017 steht das Industrieareal Sayner Hütte als Denkmal, Museum und Erlebnisort zur Entdeckung offen. Auch wenn die Sanierungen des Areals noch nicht komplett abgeschlossen ist, sind die spannendsten Bereiche heute schon zu erleben.

Der Besuch der Sayner Hütte startet in der Krupp’schen Halle, dem jüngsten Gebäude auf dem Areal. Hier gibt ein Geländemodell einen ersten Überblick über die gesamte Anlage. Innovative und kurzweilige Stationen informieren über die wichtigsten Punkte der 250-jährigen Geschichte der Eisenhütte. Zudem lädt die Sonderausstellung „Bunte Güsse“ noch bis Ende 2021 dazu ein, die Wirkung von schwarzem Eisenkunstguss mit Objekten aus Zuckerguss zu vergleichen.

Über den großzügigen Hüttenplatz geht es von der Krupp’schen Halle in die historische Gießhalle, die schon von außen mit einer sagenhaft durchfensterten Westfassade beeindruckt. Im Inneren überwältigt eine außergewöhnliche Architektur aus Gusseisen in einer dreischiffigen lichtdurchfluteten Halle.

An ihrem Ende ragt ein riesiger Hochofen aus schwarzem Stahl und Bruchstein empor, aus dessen Inneren das heiße Eisen leuchtet. Alle 20 Minuten beginnt eine audiovisuelle Inszenierung, die durch Ton, Licht und Projektionen zu einen Schmelzvorgang vor rund 200 Jahren mitnimmt. Modelle und Vitrinen in der Halle und dem Hochofenbereich verdeutlichen den Schmelzprozess sowie die Produktion von Eisenkunstguss.

Mit Hilfe von Drehstelen lässt sich ein Blick in die Gießhalle um 1830 werfen und so jene Maschinen und Öfen entdecken und kennenlernen, die einst die Sayner Hütte zum technisch innovativsten Hüttenwerk im preußischen Staat machten.

Neben der selbstständigen Erkundung des Areals steht auch ein vielfältiges Führungsprogramm für jeden Geschmack und jedes Alter zur Verfügung. Ganz anders lässt sich das Areal und die historische Gießhalle auch bei einer der zahlreichen Kulturveranstaltungen von März bis Oktober kennenlernen.

Informationen

Stiftung Sayner Hütte
In der Sayner Huette 4
56170 Bendorf-Sayn
Tel.: 02622 – 98 49 550
E-Mail: info@saynerhuette.org


www.saynerhuette.org

www.instagram.com/saynerhuette/
www.facebook.com/denkmalsaynerhuette/

Diese Website nutzt Google Maps - klicken Sie hier, um es permanent zu aktivieren. Ich stimme zu, dass mit der Nutzung Daten an Google übertragen werden.

Hinweis:
Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen, indem Sie den Cookie dlh_googlemaps löschen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.